Foto: André Schmidtchen
Text: André Schmidtchen

Tag 1 – Der Start in ein großes Abenteuer

Am Mittwochmorgen war es endlich so weit: Gegen 3 Uhr machte ich mich auf den Weg zur OMBU-BIKE-MAN-WOMAN-Tour. Eigentlich wollte ich bereits um 2 Uhr starten, aber ich wartete noch die letzten angekündigten Regenschauer auf dem Wetterradar ab.

Die Luftfeuchtigkeit war noch sehr hoch, von oben blieb es zum Glück trocken. Gut, dass ich meine Überschuhe zuvor mit einem Nässeschutz imprägniert hatte – so blieben meine Füße trocken und warm.

Die ersten Kilometer liefen reibungslos. Da mir die ersten Checkpoints gut bekannt waren, machte mir auch die Dunkelheit nichts aus. Nach etwa dreieinhalb Stunden erreichte ich Bad Saarow und gönnte mir meinen ersten Kaffee.

Im Morgengrauen erreichte ich die Rauener Steine. Langsam wurde es hell, und mit jeder Stunde besserte sich das Wetter. Ich bekam richtig Spaß an der Tour. Es ist schon schön, wenn man sich die Fahrt zeitlich so einteilen kann, wie es für einen selbst am besten passt.

Mein Tagesziel stand fest: eine Unterkunft nach ungefähr 350 Kilometern. Trotzdem ging mir immer wieder eine Frage durch den Kopf: Schaffe ich das körperlich? Hält das Material durch? Mit jedem weiteren Kilometer wurde ich zuversichtlicher.

Gegen 11 Uhr erreichte ich den Checkpoint in Leuenberg. Die ersten 200 Kilometer waren geschafft! Weiter ging es in Richtung Kloster Chorin. Unterwegs frischte der Wind etwas auf – mal kam er von der Seite, mal direkt von vorn.

Gegen 13 Uhr erreichte ich das Kloster Chorin. Schnell ein Foto gemacht und weiter ging es. Meine Beine fühlten sich noch gut an, auch wenn ich wusste, dass der nördliche Streckenabschnitt nicht einfach werden würde.

Gegen 15:30 Uhr kam ich am Schiffshebewerk Niederfinow an. Kurz überlegte ich, ob ich etwas essen sollte. Ich hatte mich unterwegs allerdings regelmäßig versorgt – von Energieriegeln bis hin zu Gummibärchen war alles dabei. Also beschloss ich, weiterzufahren.

Mein nächstes Ziel war Bad Freienwalde mit seinen Skisprungschanzen. Unterwegs knackte ich die 300-Kilometer-Marke. Die Beine glühten, aber mein Tagesziel war nicht mehr weit entfernt.

In Bad Freienwalde kaufte ich noch etwas für das Abendessen ein und machte mich anschließend auf den Weg nach Kienitz, einem Ortsteil von Letschin. Um 18:30 Uhr erreichte ich meine Unterkunft.

Etwa 350 Kilometer an einem Tag – die erste große Etappe war geschafft!

Tag 2 – Müde Beine und die Entscheidung zur Pause

Nach einer erholsamen Nacht startete ich um 8 Uhr in den zweiten Tag. Noch ungefähr 360 Kilometer lagen vor mir, bis ich die OMBU-BIKE-MAN-WOMAN-Tour vollständig bewältigt haben würde.

Am Checkpoint in Letschin gönnte ich mir zunächst zwei belegte Brötchen. Mit gerade einmal vier Grad war es am Morgen ganz schön frisch. In Neuhardenberg wurde es allmählich wärmer.

In Buckow merkte ich dann langsam, dass es ein langer Tag werden würde. Meine Beine fühlten sich bereits etwas müde an. In Müncheberg legte ich deshalb einen Kaffeestopp ein, bevor es weiter zum ersten Checkpoint in Heinersdorf ging – dem Ort, an dem die eigentliche Geschichte dieser Tour ihren Anfang nimmt.

Dort hat Tourengründer Nic Rohmann eine Informationstafel aufgestellt.

Am zweiten Checkpoint, der Diplomatentreppe, machten sich inzwischen meine Knie und meine Schulter bemerkbar. Das lange Sitzen und die ständige Bewegung auf dem Rad forderten ihren Tribut. Ich versuchte deshalb, mich auf dem Rad lockerer zu bewegen und weiterhin auf eine gute Verpflegung zu achten.

Auf dem Weg nach Pilgram kam auch noch der Gegenwind dazu. Doch ich biss mich durch und erreichte schließlich Müllrose. Dort gönnte ich mir einen weiteren Kaffee, um mit etwas Koffein neue Energie zu tanken.

Inzwischen war schon viel Zeit vergangen. Ich begann darüber nachzudenken, ob ich noch eine Zwischenübernachtung einlegen sollte. Zu diesem Zeitpunkt lagen noch ungefähr 170 Kilometer vor mir.

Ich fragte Nic, ob er eine passende Unterkunft kennen würde. Während ich in Richtung der Kobbelner Steine unterwegs war, schickte er mir einen Hinweis auf das Berghotel in Bresinchen, das an meiner weiteren Strecke bei Guben lag.

An den Kobbelner Steinen traf ich meine Entscheidung: Ich würde die Nacht nicht mehr auf dem Rad verbringen, sondern mich ausruhen und ein Zimmer buchen. Das Hotel lag günstig an der Route, etwa 40 Kilometer von den Steinen entfernt.

Als ich Neuzelle erreichte, war es bereits dunkel. Das beleuchtete Kloster bot einen beeindruckenden Anblick. Anschließend ging es auf dem Oder-Neiße-Radweg weiter in Richtung Guben. Dort war es stockdunkel, aber mein Fahrradlicht leuchtete zum Glück sehr hell und zeigte mir zuverlässig den Weg.

Um 20:30 Uhr erreichte ich das Hotel.

Rückblickend war es die richtige Entscheidung. Mein Rücklicht hielt ungefähr vier Stunden durch. Während des Ladevorgangs leuchtete es nicht, sodass eine Powerbank während der Fahrt keine praktikable Lösung gewesen wäre. Sicherheit ging vor – und eine weitere Nacht mit ausreichend Schlaf würde mir auf den letzten Kilometern guttun.

Tag 3 – Die letzten Kilometer bis zum Gold

Nach einer eher unruhigen Nacht – ganz anders als in der ersten Unterkunft – erwartete mich am Morgen ein reichhaltiges Frühstück. Ich stärkte mich für die letzten ungefähr 115 Kilometer.

Die ersten Kilometer liefen überhaupt nicht. Kurzzeitig dachte ich sogar ans Aufgeben. Doch dieses Tief legte sich zum Glück schnell.

Während ich weiterrollte, war ich erstaunt, welche wunderschöne Natur sich mir unterwegs zeigte. Es gab Momente, in denen ich mich richtig gut fühlte, und andere, in denen die Müdigkeit wieder zurückkam. Es war ein ständiges Auf und Ab.

Doch eines war mir inzwischen klar: Ich würde die Tour in weniger als drei Tagen schaffen!

Mit diesem Gedanken fuhr ich weiter und näherte mich meinem Ziel. Schließlich war es geschafft: Nach 2 Tagen, 9 Stunden und 37 Minuten erreichte ich das Ziel der OMBU-BIKE-MAN-WOMAN-Tour.

Ich war überglücklich! Die Winter Edition Gold war geschafft.

Mein Fazit

Diese Tour war eine echte Herausforderung – körperlich, mental und auch in Sachen Material. Lange Strecken, Kälte, Gegenwind, müde Muskeln und die Dunkelheit verlangten mir einiges ab. Gleichzeitig durfte ich viele schöne Landschaften erleben und erfahren, wie wichtig es ist, auf den eigenen Körper zu hören und im richtigen Moment vernünftige Entscheidungen zu treffen.

Ein ganz besonderer Dank geht an Nic, der mich motivierte und mir unterwegs immer wieder weitergeholfen hat. Seine Unterstützung hat mir viel bedeutet.

Winter Edition Gold – geschafft! Und darauf bin ich richtig stolz.