Foto: Jana Storch
Text: Jana Storch
Manchmal gibt es Angebote, die einen von der ersten Minute an begeistern. So ging es mir bereits 2022, als Organisator Nic Rohmann seine Idee vorstellte, Ostbrandenburg auf einer sportlich anspruchsvollen 570 Kilometer langen MTB- und Gravel-Runde zu entdecken. Die Kombination aus Ausdauer, Abenteuer und der Möglichkeit, eine ganze Region auf zwei Rädern kennenzulernen, hatte mich angesprochen.
2023 tastete ich mich an die Strecke heran und absolvierte sie zunächst in den Kategorien Bronze und Silber. Doch damit war der Ehrgeiz geweckt. Ein Jahr später wollte ich wissen, was wirklich möglich ist – und durfte mich am Ende über eine erfolgreiche Gold-Fahrt freuen.
Als im August 2025 schließlich die Road-Edition des OMBU BIKE WOMEN an den Start ging, war die Entscheidung schnell getroffen. Ein Langstrecken-Angebot dieser Art direkt vor unserer Haustür? Da musste ich einfach dabei sein. Nach den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren stand für mich fest: Auch hier wollte ich mich der Gold-Herausforderung stellen. 700 km und 3.000 Höhenmeter an max. 3 Tagen. Ich hatte mir 2 Tage als Ziel gesetzt.
Am 17. Juli 2026 war es dann endlich so weit. Die Vorfreude war groß, das Rad vorbereitet und die Motivation kaum zu bremsen. Nun musste nur noch die Strecke zeigen, was sie für mich bereithielt.
Mit etwas Verspätung ging es schließlich um 4:30 Uhr auf die Strecke – eigentlich wollte ich bereits um 3:00 Uhr starten. Dreißig? Nein, ganze 90 Minuten später. Zeit, die mir im Laufe des Tages noch fehlen sollte.
Die ersten rund 50 Kilometer liefen hervorragend. In zügigem Tempo rollte ich der Diplomatentreppe an der Oder entgegen. Die Beine fühlten sich gut an, die Stimmung war bestens und ich kam schnell voran. Doch mit Erreichen der Oder änderten sich die Bedingungen schlagartig. Kräftiger Seiten- und Gegenwind machten aus jedem Kilometer harte Arbeit. Der einzige Lichtblick: Der angekündigte Regen blieb aus.
Nach gut 230 Kilometern zog ich schließlich Bilanz. Die Strecke ist landschaftlich einfach zu schön, um sie nur möglichst schnell hinter mich zu bringen. So fiel die Entscheidung, die Gold-Ambitionen loszulassen und die Runde stattdessen als entspannte Drei- beziehungsweise Viertagestour zu genießen.
Die Planungen dafür laufen bereits.
Schließlich geht es beim Radfahren nicht immer nur um Bestzeiten – manchmal sind die schönsten Momente genau die, in denen man innehält und die Umgebung bewusst erlebt.
Fazit
Am Ende des Tages habe ich die Tour noch einmal Revue passieren lassen: Trotz des DNF überwog vor allem eines – das Gefühl, einen rundum gelungenen Tag auf dem Rad erlebt zu haben.
Ich war von der Strecke begeistert – vor allem davon, mit wie viel Liebe zum Detail die Route geplant wurde. Die abwechslungsreiche Streckenführung, die vielen kleinen Besonderheiten und die durchdachten Ideen entlang der Tour machen sie zu etwas ganz Besonderem. Man merkt in jedem Abschnitt, wie viel Herzblut und Sorgfalt in die Planung geflossen sind.
Für mich steht deshalb fest: Diese Runde kann ich uneingeschränkt weiter empfehlen. Eigentlich ist sie viel zu schade, um sie nur auf Zeit zu fahren. Wer sich ein paar Tage dafür nimmt, kann nicht nur sportlich etwas erleben, sondern auch die Schönheit Ostbrandenburgs in vollen Zügen genießen.
Umso bedauerlicher finde ich, dass OMBU BIKE WOMEN bislang noch nicht die Aufmerksamkeit erhält, die das Format verdient. Das Engagement, die Organisation und die Qualität der Strecken sprechen für sich.
Ich hoffe sehr, dass künftig noch viele weitere Radfahrerinnen und Radfahrer dieses besondere Angebot für sich entdecken.



