Foto: Nic Rohmann
Text: Nic Rohmann
700 Kilometer, vier Tage, fünf Fahrer – und eine Tour, die bleibt
Es war ein Pfingstwochenende, dass keiner der fünf Fahrer so schnell vergessen wird. Guido, Uwe, Johannes, Johann und Nic machten sich auf den Weg, begleitet von Carmen und Jörn, die als Sammler starteten. Heinersdorf war am 22. Mai der Ausgangspunkt einer Reise, die mehr war als nur eine sportliche Herausforderung: Sie war ein Ritt durch Landschaften, Geschichte – und an die eigenen Grenzen.
Tag 1 – 177 km | Heinersdorf → Bresinchen
Schon die erste Etappe zeigte, was diese Tour ausmacht: Weite, Stille, Natur – und immer wieder Orte, die Geschichten erzählen. Die Diplomatentreppe an der Oder, das Vorlaubenhaus in Pillgram, der Kobbelner Stein, die Kirche in Steinsdorf: Jeder Checkpoint ein kleines Denkmal brandenburgischer Eigenart.
Das Kloster Neuzelle glänzte im Sonnenlicht, die Ragower Mühle rauschte wie ein Gruß aus einer anderen Zeit, und an der Oder‑Neiße‑Mündung bei Ratzdorf spürte man die Weite des Grenzflusses.
Der Tag endete im Berghotel Bresinchen – ein Ort, der mit gutem Essen und einem üppigen Frühstück am nächsten Morgen mehr war als nur eine Unterkunft.
Verpflegung: Marktplatz Müllrose, Schwerzkoer Mühle
Tag 2 – 215 km | Bresinchen → Fürstenwalde
Die Königsetappe. Von Nic geplant – und von allen respektiert. 215 Kilometer, rund 1000 Höhenmeter, ein Tag, der Kraft forderte und gleichzeitig belohnte.
Carmen verabschiedete sich am Morgen, ihr Fokus lag auf der MSR 2026. Die übrigen Fahrer rollten nach einem ausgiebigen Frühstück los – gut gelaunt, voller Energie.
Das Oelsental, die Burg Friedland, die Weite der Lieberoser Heide, der Schwielochsee im Sonnenlicht, der Wasserturm in Kehrigk mit Eichhörnchen im Nest: Brandenburg zeigte sich von seiner schönsten Seite.
Der Anstieg zum größten Findling Brandenburgs in den Rauener Bergen war der würdige Schlussakkord eines langen Tages.
In Fürstenwalde wartete Pizza – und das Hotel „Am Spreebogen“, das sich als perfekter Ort zum Durchatmen erwies.
Verpflegung: Bäcker Friedland, Goyatz, Restaurant Seeblick in Alt Schadow
Tag 3 – 185 km | Fürstenwalde → Liepe
Der dritte Tag führte hinein in die Uckermark – eine Landschaft, die mit ihrer Ruhe und Weite fast meditativ wirkt. Die „Nordschleife“, die Umrundung des Parsteiner Sees, der nördlichste Punkt der Tour mit dem Bergfried „Grützpott“ im Nationalpark Unteres Odertal in Stolpe: Es war ein Tag voller Postkartenmotive.
Doch er hatte es auch in sich: einige Kopfsteinpflasterpassagen, teils dichter Pfingstverkehr – mental fordernd. Letzteres wurde im Nachgang durch eine Streckenanpassung entschärft. Umso herzlicher war die Ankunft in der Pension Kersten in Liepe. Sehr familiär und das Frühstück am nächsten Morgen? Ein Gedicht.
Verpflegung: Tankstelle in Strausberg, Restaurant & Café Waldhof in Spechthausen, Gastwirtschaft Quilitz in Lunow‑Stolzenhagen
Tag 4 – 154 km | Liepe → Heinersdorf
Der letzte Tag zeigte noch einmal, wie abwechslungsreich Brandenburg ist – und wie hart Gegenwind sein kann. Im Oderbruch blies er den Fahrern frontal entgegen, doch die Highlights am Wegesrand machten vieles wett: Das Schiffshebewerk Niederfinow, der Schinkelturm in Letschin, das Denkmal „Alter Fritz“ in Neutrebbin und das Schloss Neuhardenberg.
Gegen 17:30 Uhr rollte die Gruppe zurück nach Heinersdorf. 700 Kilometer. 3 Tage und 10 Stunden. Eine Tour, die bleibt.
Verpflegung: Gasthaus Zollbrücke, Kulturhafen in Groß Neuendorf, Eis‑Café in Neutrebbin, Castello Angelo in Buckow






































































